Petrus und sein bester Freund

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Die Idee das Evangelium von Jesus als Fortsetzungsgeschichte einer Freundschaft zu erzählen, bekam ich in Stuttgart im Gespräch mit Pfr. Dieter Eitel. Es war ursprünglich eine Reihe mit sechs Geschichten. Doch je mehr ich Petrus auf seiner Reise mit seinem besten Freund begleitet habe, je mehr Geschichte kamen zusammen. Die Überschriften geben jeweils einen neuen Abschnitt an. (In Klammern steckt eine Idee, die man zusätzlich zu der Geschichte vertiefen kann.) Euer Michael

Petrus und sein Freund
(Wie findet man eigentlich einen Freund?)
Ich will euch die Geschichte von meinem Bruder erzählen. Mein Bruder und sein bester Freund. Eigentlich habe ich lange Zeit gedacht ich wäre sein bester Freund schließlich haben wir alles gemeinsam getan. Doch wo habe ich meine Manieren. Ihr habt ja noch keine Ahnung wer ich bin. Mein Name ist Andreas. Ich bin Fischer, wie mein Bruder auch. Wir fahren jede Nacht auf den See fischen und verkaufen unseren Fang dann am morgen auf dem Markt. An diesem Tag waren wir gerade mit unserer Arbeit fertig als eine große Menschenmenge an das Ufer unseres Sees kam. Bald schon konnten wir den Grund für die vielen Menschen hören. Jemand sprach zu ihnen vom kommenden Reich Gottes. Die Menschenmenge wurde immer größer. „Kann er nicht lauter sprechen.“ Ich sehe ja gar nichts.“ Einige wurden immer unzufriedener.
Mein Bruder und ich saßen bei unseren Booten, als er auf uns zu kam. „Ich brauche euer Boot. Könnt ihr mich ein Stück vom Ufer weg fahren? Dann habe ich Platz und auch die von weiter hinten können mich sehen.“ Mein Bruder hat direkt das Boot ins Wasser geschoben. So ist er immer. Simon überlegt nicht lange, er tut das, was sein Herz ihm sagt. „Jesus, ich fahre dich raus.“ Ich weiß gar nicht woher Petrus wußte, wer das war. Doch Simon war schon dabei mit kräftigen Schlägen hinaus zu fahren. Bevor mir einer mein Boot entführt bin ich schnell hinterher. Außerdem hatte ich dann nach Simon den besten Platz um zu hören, was Jesus sagt.
Schließlich war Jesus mit seiner Rede fertig und die Menge löste sich so langsam auf. Wir warteten in unsere Booten darauf, dass wir wieder ans Ufer zurückfahren konnten. Da fragt Jesus ob wir nicht unsere Netze auswerfen können. Simon sieht ihn verwundert an. „Du wir haben die ganze Nacht fischt und keinen guten Fang gehabt.“ Eigentlich sollte jeder wissen, dass in der Mittagshitze kein Fisch gefangen wird. Doch Simon hört mal wieder auf sein Herz. „Doch Jesus, wenn du es sagst, dann will ich die Netze auswerfen, der Andreas wird uns helfen.“ Mein Bruder konnte es nicht lassen und plante mich gleich mit ein. Zum Glück, denn sonst hätte ich nie erlebt wie wir aus der warmen Brühe den größten Fang zogen, den wir uns hatten vorstellen können. Beide Boote waren am Ende randvoll mit Fischen. Mit den Fischen und dem verdienten Lohn konnten unsere Familien mindestens einen Monat lang leben. Voller Freude über unseren Fang kamen wir ans Ufer zurück. Simons Frau erwartete uns schon ungeduldig.
Mir klingt es immer noch in den Ohren. Wir legten gerade an, da sagt Jesus: „Ich möchte, dass ihr mit mir mitkommt. Ich will euch zeigen, wie man noch größere Mengen an Menschen begeistert. Ihr sollt Menschenfischer werden.“ Mein Herz sprang und Simon sagte es: „Herr, wir wollen gerne mit dir los ziehen.“
So fing das an. Jesus sieht Simon und sein Boot, Simon vertraut ihm und wir wurden Freunde mit Jesus. Ich glaube Jesus wollte unser Freund sein, doch wenn wir uns nicht darauf eingelassen hätten. Wir hätten nie erlebt, wie wundervoll unsere Freundschaft mit Jesus ist.

Ein Freundschaftdienst (Was tut ein Freund für mich?)
Ihr erinnert euch sicher noch an unseren großen Fang. Mein Bruder Simon hatte Jesus beim Wort genommen und sein Netz ausgeworfen. Danach waren unsere Boote bis zum Rand mit Fischen gefüllt. Simon Frau war völlig überwälltig. So viele Fische hatten wir noch nie mitgebracht. So hörte sie nur mit einem halben Ohr hin, als Simon sagte: „Herr, wir wollen gerne mit dir losziehen.“ „Simon! Bist du wahnsinnig?“ Oh, so wütend habe ich meine Schwägerin selten gesehn. „Mutter hat Fieber und du willst einfach so gehen. Wer soll die Fische verkaufen, die Netze reparieren, für mich und meine Mutter sorgen.“ Simon wurde traurig, denn er mochte seine Schwiegermutter sehr. „Jesus. Ich möchte erst noch nach ihr sehen. Es geht ihr nicht gut.“
Wir wurden immer stiller als wir in Simons Haus kamen. Doch Jesus ging an uns vorbei zum Bett von Simons Schwiegermutter. Er nahm ihre Hand und sprach mit ihr. Simon und seine Frau kamen aus dem Staunen nicht heraus, als ihre Mutter wieder aufstand. „Es geht mir gut.“, sagte sie und fing gleich an, ihre Kinder und deren Gast zu bewirten. Tatsächlich, das Fieber war gegangen und sie wurde so schnell nicht wieder krank.
Jesus tut echt mehr für seine Freunde als man erwarten kann. Wir haben das in den folgenden Wochen immer wieder erlebt. Am meisten beeindruckt haben mich als Fischer natürlich unsere Abenteuer auf dem See. Wie könnte es anders sein - mein Bruder Simon spielt natürlich eine der Hauptrollen.
Wir sind noch eine Weile am See gewesen und haben unsere Boote als Fahrzeug benutzt. Da Jesus gerne vom Reich Gottes erzählt und wie sehr Gott in unserem Leben wirken möchte, ist es oft spät gewesen. So auch dieses mal. Jesus legte sich gleich hin und schlief. Es muss ganz schön anstrengend sein den Menschen zu erklären was Gott von ihnen will.
Mitten auf dem See brach plötzlich ein gewaltiger Sturm los, so dass die Wellen ins Boot schlugen. Aber Jesus schlief. Ich glaube er vertraute uns so sehr, dass er keine Angst hatte. Aber wir hatten Angst. Keiner traute sich Jesus zu wecken bis sich Simon ein Herz nam. "Herr, hilf uns, wir gehen unter!" Jesus antwortete: "Warum habt ihr Angst? Habt ihr denn kein Vertrauen zu mir?" Ich war beeindruckt, Jesus hat gemerkt, dass wir uns hinter Simon verstecken. Nicht nur das. Anscheinend vertraute Jesus uns nicht nur sondern er wollte, dass wir ihm auch vertrauen. Es wird nichts böses passieren, wenn er in der Nähe ist. Dann stand er auf und bedrohte den Wind und die Wellen. Sofort legte sich der Sturm, und es wurde ganz still. Spätestens jetzt war es uns allen klar: Jesus ist mehr als ein Mensch. Wer ihn zum Freund hat, kann sich auf ihn verlassen.

Wie ein Fels im Wasser (Vertrauen)

Vielleicht glaubt ihr gleich, ich will euch dieselbe Geschichte noch einmal erzählen. Doch das hier ist einige Zeit später passiert und zeigt wie mutig mein Bruder wird wenn er mit seinem Freund Jesus zusammen ist. Jesus hatte mal wieder eine lange Rede gehalten und wir waren alle müde. Doch er wollte noch die Leute verabschieden. Also lies er uns vorrausfahren, er käme später nach.
Das Boot war schon weit draußen auf dem See, da brach ein schwerer Sturm los. Wir konnten kaum noch steuern. Wir hatten Angst, diesmal war Jesus ja nicht bei uns. Am frühen Morgen, es wurde gerade wieder heller, kam Jesus auf dem Wasser zu uns. Ihr habt richtig gehört: Er kam über das Wasser zu uns, zu Fuß!“ Wir haben uns so erschreckt. Einer meinte ein Gespenst zu sehen. "Habt keine Angst! Ich bin es doch, fürchtet euch nicht!" Simon war von uns allen wieder der Mutigste: "Herr, wenn du es wirklich bist, lass mich auf dem Wasser zu dir kommen." "Komm her!", antwortete Jesus. Simon stieg aus dem Boot und ging Jesus auf dem Wasser entgegen. Erst mit unsicheren Schritten, doch das Wasser trug ihn. Aber als er die hohen Wellen sah, erschrak er, und im selben Augenblick begann er zu sinken. "Herr, hilf mir!", schrie er. Jesus streckte ihm die Hand entgegen, ergriff ihn und sagte: "Hast du so wenig Glauben, Simon? Vertrau mir doch!" Sie stiegen ins Boot, und der Sturm legte sich.
Ich glaub ihr kennt den Simon unter dem Namen Petrus, weil so hat ihn sein Freund Jesus immer genannt. Petrus, das heißt Felsen. Jesus hat gesagt, der Glaube von meinem Freund Simon ist stark wie ein Felsen. Wir haben aber immer gesagt, der Petrus ist schwer wie ein Felsen, da er nicht schwimmen kann.

Petrus und sein Freund Jesus. Echte Freunde, die einander vertrauen. Ich glaube Jesus hat uns ganz oft gezeigt, dass wir ihm das Unmögliche zutrauen dürfen. Vertrauen geht in einer echten Freundschaft immer.

Ich kenne meinen Freund (Jesus ist mehr als mein Freund: er kennt mich und traut mir was zu)
Wir waren schon einige Zeit miteinander unterwegs, da fragte uns Jesus "Für wen halten die Leute mich?" Wir erzählten was wir so in den Orten und Städten gehört haben: "Einige meinen, du seist Johannes der Täufer. Andere halten dich für Elia, für Jeremia oder einen anderen Propheten." Jesus hörte aufmerksam zu und verzog keine Miene. Obwohl wir die Meinung einiger Leute für völlig falsch hielten. "Und für wen haltet ihr mich?", fragte er uns danach. Darauf hat mein Bruder Petrus nur gewartet. Endlich konnte er sagen was er seit unserer ersten Begenung mit Jesus dachte: "Du bist Christus, der von Gott gesandte Retter, der Sohn des lebendigen Gottes!"
" Du kannst wirklich glücklich sein, Simon, Sohn des Jona!", sagte Jesus. "Diese Erkenntnis hat dir mein Vater im Himmel gegeben; von sich aus kommt ein Mensch nicht zu dieser Einsicht. Ich sage dir: Du bist Petrus. Auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und selbst die Macht des Todes wird sie nicht besiegen können. Ich will dir die Schlüssel zu Gottes neuer Welt geben. Was du auf der Erde binden wirst, das soll auch im Himmel gebunden sein. Und was du auf der Erde lösen wirst, das soll auch im Himmel gelöst sein."
Ich weiß nicht ob mein Bruder verstanden hatte, was das heißen sollte, doch Petrus strahlte. Nicht nur, dass er seinen Freund Jesus wirklich kennt. Nein, sein Freund gibt ihm eine große Aufgabe! Er vertraut ihm wirklich wichtige Dinge an. Ich glaube dies war ein echter Höhepunkt in der Freundschaft von Petrus und Jesus.
Um so schwerer war es für meinen Bruder wenige Tage später zu verstehen, warum Jesus ihm widerspricht. Sie waren doch gute Freunde…

Gegen das Gesetz (Mein Freund weiß, was mir gut tut)
Immer öfter kamen Menschen die sich im Wort Gottes auskannten und solche, die für die Gottesdienste verantwortlich waren, zu Jesus. Sie stritten mit ihm, wie man das Wort Gottes verstehen muss. Sie haben über viele Jahre darüber nachgedacht und für andere Vorschriften gemacht, die es leichter machen sollten Gottes Willen einzuhalten. Doch Jesus hielt ihre Vorschriften nicht ein und wir dann natürlich auch nicht. Es wurde für uns ganz normal! Wenn wir Hunger hatten und kamen an einem Feld vorbei, dann nahmen wir uns ein paar Körner und kauten sie auf dem Weg. Ihr könnt euch kaum vorstellen, wie gut ein paar Körner Korn schmecken. Vor allem wenn man hungrig ist.
"Weshalb befolgen deine Jünger unsere Speisevorschriften nicht? Sie waschen sich nicht einmal vor dem Essen die Hände." So und ähnlich fragten diese klugen Menschen Jesus. Jesus fragte zurück: "Und weshalb brecht ihr mit euren Vorschriften die Gebote Gottes? So lautet das Gebot Gottes: 'Liebe deine Eltern. Wer seinen Eltern nicht hilft, wenn sie ihn brauchen, den hat Gott nicht lieb.’ Ihr aber behauptet: Wenn jemand seinen armen Eltern erklärt: 'Ich kann euch nicht helfen, weil ich mein Geld dem Tempel spende’, dann hat er nicht gegen Gottes Gebot verstoßen. Damit setzt ihr eure Vorschriften über das Gebot Gottes. Das ist nicht in Ordnung!“
Dann rief Jesus zu den Menschen, die aufmerksam dem Streitgespräch zu hörten: "Hört, was ich euch jetzt sage: Nicht was ein Mensch zu sich nimmt, macht ihn unrein, sondern das, was er von sich gibt."
Wir wussten nicht so genau was Jesus uns damit sagen wollte. Mein Bruder Petrus bat Jesus deshalb: "Erklär uns doch noch einmal, was einen Menschen unrein macht!" Jesus fragte uns: "Selbst ihr habt es immer noch nicht begriffen?“ Wir schüttelten mit dem Kopf und kamen uns ziemlich dumm vor. „Wisst ihr denn nicht, dass alles, was ein Mensch isst, zuerst in den Magen kommt und dann ausgeschieden wird? Nicht alles bekommt euch und ist gesund, aber ihr werdet keine schlechten Menschen durch die Nahrung, die ihr esst. Aber böse Worte und fiese Gedanken, die ein Mensch sagt, kommen aus seinem Herzen! Durch sie wird der Mensch vor Gott schuldig und nicht dadurch, dass man mit ungewaschenen Händen isst."
Petrus hat begriffen, dass Freunde für einander wissen, was ihnen gut tut und dies offen zueinander sagen. Wichtig ist es zu sehen, was richtig ist und nicht was andere mir für Regeln vor halten.
(Später als Jesus nicht mehr mit uns durch Israel zog haben wir noch einmal ausführlich miteinander über die Essensregeln miteinander gestritten. Schließlich hat uns unser Freund Paulus an die Worte von Jesus erinnert.) Es gilt, dass Freunde auf einander achten und nicht auf einander aufpassen.

In großer Sorge (Wie gehen wir mit Missverständnissen um?)
Ihr erinnert euch sicher daran, dass Petrus von Jesus für eine ganz große und wichtige Aufgabe ausgesucht worden war. Seitdem fühlte sich mein Bruder noch stärker als vorher mit Jesus verbunden. Er wurde mutig und stritt sich für Jesus. Er wollte wirklich der Fels sein, so wie ihn Jesus genannt hatte.
Doch Jesus wusste, was mit ihm geschehen würde. Wenige Tage nachdem Petrus gesagt hatte, dass Jesus unser Retter ist, setzte er sich mit uns zusammen uns sagte: "Wir müssen nach Jerusalem gehen. Dort werden mich die führenden Männer des Volkes, die Hohenpriester und Schriftgelehrten gefangen nehmen. Sie werden mir grausam Schmerzen zu fügen und mich töten. Aber am dritten Tag werde ich von den Toten auferstehen."
Ihr könnt euch unser Entsetzen vorstellen. Unser Freund sagte, dass er sterben soll. Das war zuviel für uns. Wir wußten, dass die klugen Menschen in Jerusalem Jesus nicht mochten. Doch wir wollten unseren Freund nicht verlieren. Da nahm Petrus Jesus zur Seite, um ihn von diesen Gedanken abzubringen: "Herr, das möge Gott verhindern! So etwas darf dir nicht zustoßen!" Aber Jesus wandte sich von ihm ab und rief: "Weg mit dir, Satan! Du willst mich hindern, meinen Auftrag zu erfüllen. Du verstehst Gottes Gedanken nicht, weil du nur menschlich denkst!"
Petrus war entsetzt. So hatte Jesus noch nie mit ihm gesprochen. Er wollte doch nur das seinem Freund Jesus nichts passiert. Es tat ihm entsetzlich weh, dass Jesus so mit ihm gesprochen hat. Ich glaube in dieser Nacht hat Petrus den Entschluss gefasst besser aufzupassen. Wenn Jesus diesen Weg gehen wollte, dann würde er mit gehen und niemand sollte Petrus von Jesus wegbringen.

Schöne Momente unter Freunden
Sechs Tage später ging Jesus mit Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes auf einen hohen Berg. Sie waren dort ganz allein. Da wurde Jesus vor ihren Augen verwandelt: Sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider strahlten hell. Mein Bruder erzählt heute noch gerne davon. Und ich beneide in um dieses Erlebnis, wie seine Augen leuchten. Ich kann mir vorstellen, dass es wunderbar war. Mose und Elia erschienen. Sie redeten mit Jesus. Mein Bruder ruft es heute noch laut, wenn er es uns erzählt: "Herr, hier gefällt es uns! Wenn du es willst, dann bauen wir drei Hütten. Eine für dich, eine für Mose und eine für Elia." Doch sie bauten keine Hütte. Denn es hüllte sie eine leuchtende Wolke ein, und aus der Wolke hörten sie eine Stimme: "Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich meine Freude habe. Auf ihn sollt ihr hören."
Bei diesen Worten haben sich Petrus und die anderen ganz schön erschrocken. Gott selbst sagte ihnen, dass Jesus sein Sohn ist. Aber Jesus kam zu ihnen, berührte sie und sagte ruhig: "Steht auf! Fürchtet euch nicht!" Als sie sich umsahen waren sie mit Jesus allein. Petrus war etwas enttäuscht, es war so schön. Wir erlebten drei völlig veränderte Menschen. Sie kamen völlig schweigsam den Berg hinunter. In ihren Augen leuchtete es wie Feuer, doch sie wollten uns nicht erzählen was passiert ist. Ich sah, dass es Petrus richtig schwer fiel. Später verriet er mir, dass Jesus ihnen verboten hatte ihr Erlebnis zu erzählen. Sie sollten damit warten, bis er vom Tot zurückkehrte. Mein Bruder hat sein Versprechen gehalten.

Des Guten zuviel (Kann ich alles annehmen, was mir geschenkt wird?)
Die nächsten Erlebnisse fallen mir nicht leicht. Ich will mich erinnern und sie euch erzählen. Doch war ich sehr traurig als ich sie erlebt habe. Erst heute kann ich sehen, dass sie wichtig und mit Liebe betrachtet sogar lustig waren.
Am Vorabend des Passahfestes wollten wir gemeinsam mit Jesus feiern. Wir waren unruhig wie ich uns nur im Boot bei den Unwettern erlebt habe. Nur Judas war erstaunlich ruhig. Er fiel sonst immer auf, weil er uns immer vorrechnete wieviel unsere Feiern kosteten. Er war wichtig für uns schließlich passte er auf unser gemeinsames Geld auf. Doch an diesem Abend sprach er kaum etwas. Wir waren gerade in die Wohnung gegangen in der wir an diesem Abend zusammen sein wollten.
Jesus stand vom Tisch auf und band sich ein Tuch aus Leinen um. Er goss Wasser in eine Schüssel und begann, uns die Füße zu waschen und mit dem Tuch abzutrocknen. Wir waren ziemlich erstaunt. Es gab sonst einen Haussklaven, der dies tat oder man wusch sich die Füße selbst, aber das …
Als er zu meinem Bruder Simon Petrus kam, wehrte der sich: "Herr, wie kommst du dazu, mir die Füße zu waschen!" Er wollte nicht das sein Freund für ihn Sklavendienste übernimmt. Doch Jesus sagte ihm: „Selbst wenn es dir komisch vorkommt. Laß mich dir dienen.“ Doch Petrus blieb stur: „Niemals sollst du mir die Füße waschen!“
Jesus antwortete ihm: „Wenn ich dir nicht die Füße wasche, gehörst du nicht zu mir.“ Da sagte Petrus: „Herr, dann wasch mir nicht nur die Füße, sondern auch die Hände und das Gesicht!“ Typisch Petrus, erst will er nichts und dann will er mehr als alle anderen. Jesus sah Petrus in die Augen und lächelte: „Wer gebadet hat, der ist ganz rein. Ihm braucht man nur noch den Straßenstaub von den Füßen zu waschen. Ihr seid alle rein - außer einem.“ Nun sahen wir uns unter einander an. Wer war es? Wer von uns braucht mehr als ein Bad. Petrus jedenfalls war es nicht. Jesus wusch ihm nur die Füße, wie allen anderen auch.
Nachdem Jesus uns die Füße gewaschen hatte, zog er die Schürze aus und kehrte zu seinem Platz am Tisch zurück und fragte: "Versteht ihr, was ich eben getan habe? Ihr nennt mich Meister und Herr. Das ist auch richtig so, denn ich bin es. Wie ich, euer Meister und Herr, euch jetzt die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr euch gegenseitig die Füße waschen. Ich habe euch damit ein Beispiel gegeben. Macht es genauso!“ Wir haben uns gewundert, aber Petrus schmunzelte und flüsterte mir. Es ist doch klar wir können nur so eine gute Gemeinschaft miteinander haben. Wenn keiner versucht den anderen zu beherrschen und jeder sieht wie er dem anderen helfen kann.“ Darüber habe ich lange nachgedacht.

Verrat

Beim Essen sagte Jesus es noch einmal zu uns: "Einer von euch wird mich verraten!" Wir waren echt betroffen. Jeder von uns fragte: "Meinst du etwa mich, Herr?" Doch waren wir uns eigentlich sicher, das keiner aus unserer Runde so etwas tun konnte. Jesus antwortete uns: "Es ist derjenige, der mit mir das Brot in die Schüssel mit dem Essen tunkt.“ Nun versuchten wir peinlich genau nicht gleichzeitig mit Jesus uns das Essen aus der Schüssel nehmen. Es lang eine gespannte Stille über dem Raum. Judas passte einen Moment lang nicht auf. Wir alle sahen es Jesus und Judas hatten gleichzeitig ihr Brot in der Schüssel. Grinsend fragte Judas: "Meister, du meinst doch nicht etwa mich?" Da antwortete ihm Jesus: "Doch, du bist es!" Entsetzen herrschte unter uns. Nur Judas tat so als hätte Jesus einen Scherz gemacht. Doch keiner von uns wollte mit ihm lachen.
Da nahm Jesus eines der Brote und dankte Gott dafür. Er teilte es und gab jedem von uns ein Stück davon. „Nehmt und esst. Sowie ich das Brot unter euch teile, will ich auch mein Leben mit euch teilen!“ Wir waren ergriffen und aßen feierlich. Jeder sein Stück Brot. Dann nahm Jesus seinen Becher Wein gab ihn weiter und sagt: "Trinkt alle daraus! So wie der Wein durch euch fließt, so will ich mein Blut für euch geben, damit ihr mit mir und Gott verbunden seid. Es dauert nicht mehr lange und ihr werdet mich sterben sehen."
Ich weiß gar nicht wie wir daraufhin ein Danklied singen konnten, aber wir haben es getan. Danach gingen wir raus. Hinaus auf den Ölberg.

Gute Freunde stehen zusammen
Unterwegs sagte Jesus zu uns Jüngern: "In dieser Nacht werdet ihr alle weglaufen. Keiner von euch wird zu mir stehen. Denn es steht in der Bibel geschrieben: 'Ich werde der Herde den Hirten nehmen, und die Schafe werden auseinander laufen.' Doch habt keine Angst! Nach meiner Auferstehung werde ich nach Galiläa gehen, und dort werdet ihr mich wiedersehen."
Petrus zerriss es, das Herz: "Wenn dich auch alle anderen verlassen - ich halte zu dir!" So wie mein Bruder das sagte, glaubte ich es ihm. Doch Jesus sagte ihm andres: " Heute Nacht, noch ehe der Hahn kräht, wirst du dreimal gelogen haben. Dreimal wirst du sagen: ‚Ich kenne ihn nicht.’" Tränen stand in Petrus Augen als er rief: "Nein. Selbst wenn ich mit dir sterben müsste, würde ich das nicht tun!" Doch Jesus sagte nun nichts mehr.

... und erwarten, dass man Nöte gemeinsam trägt
Er ging vor uns in einen Garten, der Gethsemane heißt. Dort sprach er wieder: "Setzt euch hier hin, und wartet auf mich! Ich will ein Stück weiter gehen und beten." Petrus, Jakobus und Johannes nahm Jesus mit. Wir sahen das Jesus traurig war und Angst hatte so bat er die drei: "Ich zerbreche beinahe unter der Last, die ich zu tragen habe. Bleibt bei mir, und wacht mit mir!" Jesus ging ein paar Schritte weiter, warf sich nieder und betete. Die drei bemühten sich sehr aufzupassen, doch es war spät und sie hatten sich sehr angestrengt an diesem Tag. Einer nach dem anderen schlief ein. Petrus wurde wach als Jesus ihn schüttelte und fragte: "Könnt ihr denn nicht eine einzige Stunde mit mir wachen? Bleibt wach und betet, damit ihr nicht einschlaft. Ich weiß, ihr wollt das Beste, aber aus eigener Kraft könnt ihr es nicht erreichen." Noch einmal ging Jesus ein Stück weg, um zu beten. Als er zurückkam, waren Petrus, Johannes und Jakobus die Augen schon wieder zugefallen. Petrus sagte mir, als er für einen Moment seine Augen öffnete sah er in Jesus einen einsamen Mann. Schließlich kam Jesus und weckte sie: "Ihr könnt nicht mehr schlafen und euch ausruhen. Es ist soweit. Ich werde den Römern ausgeliefert. Steht auf, lasst uns gehen! Der Verräter ist schon da."

In höchster Not (Manchmal hab ich zuviel Angst um zu meinem Freund zu stehen...)
Noch während Jesus sprach, kam Judas, einer von seinen Jüngern, zusammen mit vielen Männern, die mit Schwertern und Knüppeln bewaffnet waren. Die Hohenpriester und die führenden Männer des Volkes hatten sie geschickt. Wir sahen Judas unter ihnen. Er musste der Verräter sein. Er ging auf Jesus zu und sagte: "Sei gegrüßt, Meister!" Dann küsste er ihn. Jesus sah ihn an: "Mein Freund! Warum bist du gekommen?" Sofort packten ihn die Männer und nahmen ihn fest. Einer von uns hatte sein Schwert dabei. Ich weiß es nicht, aber ich würde Petrus zutrauen, dass er es war. Jedenfalls schlug er auf einen der Diener des Hohenpriesters ein und hieb ihm ein Ohr ab. Doch Jesus sprach sehr streng mit ihm: "Steck dein Schwert weg! Wer Gewalt anwendet, wird durch Gewalt umkommen. Ist dir denn nicht klar, dass ich meinen Vater um ein ganzes Heer von Engeln bitten könnte? Er würde sie mir sofort schicken. Wie sollte sich aber dann erfüllen, was in der Heiligen Schrift vorausgesagt ist? Es muss alles so geschehen!" Wir haben das zwar nicht wirklich verstanden außer dem letzten Satz, aber wir hörten auf uns gegn die Soldaten zu wehren.
Danach wandte sich Jesus an die Männer, die ihn festgenommen hatten: "Bin ich denn ein Verbrecher, dass ihr euch mit Schwertern und Knüppeln bewaffnet habt, um mich zu verhaften? Jeden Tag habe ich öffentlich im Tempel gesprochen. Warum habt ihr mich nicht dort festgenommen? Aber auch dies geschieht, damit sich die Vorhersagen der Propheten erfüllen." Na, ja. Die Soldaten standen auch ziemlich ratlos da. Wir jedenfalls nahmen die Beine in die Hand und liefen davon.

Den Freund verlassen macht einsam (Aussenseiter und Streit)
Es hat lange gedauert bis mir Petrus erzählt hat, was er in der Nacht getan hat. Die Geschichte war ihm am Ende so peinlich. Es war der größte Fehler seines Lebens sagte er immer wieder bis er mir endlich gestand, dass er den Soldaten hinterher geschlichen war. Das war ziemlich einfach, schließlich klapperten deren Rüstungen ja so laut und es waren jede Menge anderer Leute unterwegs. Die Soldaten führten Jesus in ein Haus, so dass Petrus beschloß im Vorhof zu bleiben. Doch er bleib dort nicht unbemerkt.
Eine Dienerin trat auf ihn zu und sagte: "Du gehörst doch auch zu Jesus, diesem Galiläer!" Petrus bestritt das laut: "Ich weiß nicht, wovon du redest." Bevor sie weitere Fragen stellen konnte ging Petrus zur anderen Seite des Hofes hin. Dort bemerkte ihn eine andere Dienerin und sagte vor allen Leuten: "Der da gehört auch zu diesem Jesus von Nazareth!" Mein Bruder Petrus hat geschworen: "Ich kenne den Mann gar nicht!" Es kamen ein paar andere von den Leuten dazu und sagten zu ihm: "Natürlich gehörst du zu seinen Freunden! Dein Dialekt verrät dich."
Petrus war verzweifelt und er hatte rießige Angst: "Ich schwöre euch: Ich kenne diesen Menschen nicht! Gott soll mich verfluchen, wenn ich lüge!" In diesem Augenblick krähte ein Hahn, und Petrus fielen die Worte ein, die Jesus gesagt hatte: "Ehe der Hahn kräht, wirst du dreimal geleugnet haben, mich zu kennen." Da ging Petrus hinaus und weinte voller Verzweiflung. Genauso weinte er jetzt wieder, als er mir davon erzählt hat. In dieser Nacht hat Petrus seinen allerbesten Freund verraten. So allein war er nie zuvor gewesen.

Mein Bruder hatte keine Chance mehr mit Jesus zu sprechen bevor sie ihn hinrichten liesen. Er konnte nur noch Ohnmächtig mit ansehen, wie sein Freund am Kreuz starb. Nachdem sie ihn begraben hatten und Jesu Leichnam verschwunden war ging Petrus nach Hause. Am See von Tiberias ging er wieder seinem Beruf nach…

Noch einmal von vorne (Vergebung ist der Schlüssel zur nicht endenden Freundschaft)
Simon Petrus sagte: "Ich gehe jetzt fischen!" "Wir kommen mit", meinten wir anderen. Sie stiegen ins Boot und fuhren hinaus auf den See. Aber während der ganzen Nacht fingen sie keinen einzigen Fisch. Im Morgengrauen stand Jesus am Ufer. Doch wir Jünger erkannten ihn nicht. Jesus rief uns zu: "Kinder, habt ihr ein paar Fische zu essen?" "Nein", antworteten wir. Wir hatten ja wirklich nichts gefangen. Da forderte er uns auf: "Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, dann werdet ihr einen guten Fang machen!" Das war zwar echt nicht nach den Gesetzen der Logik aber wir taten es trotzdem und fingen so viele Fische, dass wir das Netz nicht mehr einholen konnten. Jetzt erkannte es Johannes und sagte zu Petrus: "Das ist der Herr!" Kaum hatte mein Bruder das gehört, zog er sein Obergewand an, das er während der Arbeit abgelegt hatte, sprang ins Wasser und schwamm an das Ufer. Wir anderen Jünger waren noch etwa hundert Meter vom Ufer entfernt. Also folgten wir Petrus mit dem Boot und zogen das gefüllte Netz hinter uns her. Als wir aus dem Boot stiegen, sahen wir ein Kohlenfeuer, auf dem Fische brieten. (Wo hatte Jesus die schon her?) Auch Brot lag bereit. Jesus bat uns: "Bringt ein paar von den Fischen her, die ihr gerade gefangen habt!" Petrus ging zum Boot und zog das Netz allein an Land. Es war gefüllt mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen. Und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. "Kommt her und esst!", sagte Jesus. Dann ging er auf uns zu, nahm das Brot und verteilte es, ebenso die Fische.

Nach dem Essen fragte Jesus meinen Bruder: "Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als die anderen hier?" "Ja, Herr", antwortete er, "du weißt, dass ich dich lieb habe." "Dann hüte meine Lämmer", sagte Jesus. Wir andere warteten mit Spannung ob Jesus noch etwas sagte, wegen des Verrats im Hof. Doch Jesus wiederholte seine Frage: "Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?" "Ja, Herr, du weißt doch, dass ich dich liebe", antwortete Petrus noch einmal. Wir alle merkten das Petrus nervös war. Erneut sagte Jesus: "Dann hüte meine Schafe!" Petrus setzte an Jesus zu fragen, doch zum dritten Mal fragte Jesus: "Simon, Sohn des Johannes, hast du mich wirklich lieb?" Jetzt wurde Petrus traurig, weil Jesus ihm nun zum dritten Mal diese Frage stellte. Er wusste, dass Jesus ihn prüfte. Deshalb antwortete er: "Herr, du weißt alles. Du weißt doch auch, wie sehr ich dich liebe!" Darauf sagte Jesus: "Dann hüte meine Schafe! Ich vertraue dir meine Kirche an. Du sollst die Verantwortung tragen!“ Petrus und wir anderen waren verblüfft. Jesus hatte ihm vergeben. Sie sollte weiter beste Freunde sein und bleiben. Petrus hat diese Freundschaft nie wieder verraten. Er ist sogar dafür gestorben, aber das ist viele Jahre später geschehen.

Vom Anfang der Kirche

Details

Unser Freizeitland Italien regte uns an die Anfänge unserer Kirche näher anzuschauen. Dabei entstand diese Reihe zur Apostelgeschichte mit Themen, die in der Lebenswelt Jugendlicher öfter vorkommen. Euer Michael

 

Mut (Apg 2)

Streit (Apg.15,1-12)

„Wenn du das machst, kannst du kein richtiger Christ sein!“ „Als Christ kannst du zu dem Thema nur diese eine Meinung haben!“
Kennt ihr das? Menschen, die anderen den Glauben absprechen, weil sie zu bestimmten Themen anderer Meinung sind: Soll man Säuglinge taufen oder sollen sie später selbst entscheiden? Darf man in der Gemeinde mitarbeiten, wenn man unverheiratet mit seinem Freund zusammenlebt? Darf die Kirche homosexuelle Paare segnen? Dürfen Frauen Pfarrer/Priester werden? ... Manche meinen, ihre Meinung wär die einzig wahre und können sich ganz heftig darüber mit anderen streiten.Einen richtig heftigen Streit über „Als Christ muss man ...“ hat es schon ganz am Anfang der Christenheit gegeben. Damals hatte sich die christliche Botschaft von Jerusalem ins Gebiet der heutigen Türkei, nach Griechenland und Italien ausgebreitet. Menschen, die vorher an die griechischen Götter und an was weiß ich was geglaubt hatten, hörten von Jesus und fanden das so überwältigend, dass sie sich taufen ließen. So entstand auch in Antiochia (heutige Türkei) eine christliche Gemeinde, die ziemlich zusammengewürfelt war Menschen mit dem unterschiedlichsten kulturellen Hintergründen: Juden, Griechen, ...Eines Tages kamen ein paar Christen aus der Umgebung von Jerusalem (also Juden, die Christen geworden waren) in die Gemeinde von Antiochia und mischten die Gemeinde gleich richtig auf. „Wer sich nicht beschneiden lässt, so wie es im alten jüdischen Gesetz vorgeschrieben ist, kann nicht gerettet werden.“, warfen die Christen aus Jerusalem den griechischstämmigen und damit natürlich nicht beschnittenen Christen in Antiochia vor. Mit anderen Worten: „Wenn ihr euch nicht an unsere Gesetze und Vorschriften haltet, seid ihr keine richtigen Christen!“ Es kam zu einer heftigen Auseinandersetzung: Auf der einen Seite die Christen mit jüdischen Wurzeln – auf der anderen Seite die Christen mit griechischen Wurzeln. Und mittendrin Paulus, der sich selbst die jüdischen Gesetze ganz streng eingehalten hatte und nachdem er Christ geworden war, jetzt auch der Meinung ist, dass es nicht darum geht, ob man beschnitten ist: Christ ist, wer an Christus glaubt und auf seinen Namen getauft ist. Punkt.Solche Auseinandersetzungen können heftig sein und ich denk, ihr kennt solche Streitfragen vielleicht oder habt selbst erlebt, wie heftig man sich die Köpfe heiß reden kann – wenn z.B. im Reliunterricht über ein heißes Thema diskutiert wird. Ja, ich finde es auch wichtig, dass man über christliche Ethik spricht und darüber, was uns als Christen ausmacht. Und man kann als Christ auch nicht einfach irgendwie leben, wie es einem gerade gefällt. Aber ich finde es schade, wenn über Meinungsverschiedenheiten in einzelnen Fragen verloren geht, dass man sich im Kern unseres Glaubens einig ist, nämlich dass Gott in Jesus Mensch wurde, um uns mit Gott zu versöhnen. „Jesus Christus – Gottes Sohn – Retter“, im griechischen die Anfangsbuchstaben für „ichtys“ (Fisch) – das ist das Zeichen von uns Christen.Meinungsverschiedenheiten sind so alt wie die Christenheit. Aber wie kann man damit umgehen? Wie kann man solche Streitfragen lösen?
Die Christen in Antiochia haben beschlossen, Paulus zusammen mit einigen aus ihrer Gemeinde direkt nach Jerusalem zu schicken, um die Frage dort mit den Aposteln und den Gemeindeleitern zu klären. Miteinander reden. Sich die Argumente des anderen anhören. Keine große Massendiskussion sondern ausgewählte Vertreter beider Seiten, die sich mit der Sache wirklich auskennen, klären die Streitfrage im persönlichen Gespräch. Spannend find ich, dass die Christen aus Antiochia Paulus als ihren Vertreter nach Jerusalem schicken, der ja selbst Jude ist und früher zu den absoluten Hardlinern gehörte. Der kennt sich mit der Meinung der andern also bestens aus. Der kennt auch die Gemeindeleiter in Jerusalem und kann so vielleicht vermitteln. Paulus und seine Begleiter kommen also nach Jerusalem. Und dort geht die Diskussion weiter. Die Frage wird zur Chefsache erklärt und soll von den Aposteln entschieden werden. Es wird hin und herdiskutiert und schließlich ergreift Petrus das Wort: „Leute, Gott hat mich doch beauftragt, auch den Griechen die frohe Botschaft zu erzählen. Er macht keinen Unterschied zwischen ihnen und uns. Wir sind nichts besseres, nur weil wir schon länger dabei sind. Und wir glauben doch, dass wir nur gerettet werden, weil Jesus für unsere Sünden am Kreuz gestorben ist. Das gilt für alle und nur darauf kommt es an. Es kommt nicht darauf an, ob jemand beschnitten ist, sondern, ob er an Jesus glaubt.“ Ich freu mich über jeden, der Christ ist! Und das ist für mich jeder, der an Jesus als Heiland und Retter glaubt. Dann sind alle anderen Fragen zwar spannend und interessant zu diskutieren, aber sie entscheiden nicht darüber, ob jemand ein richtiger Christ ist oder nicht. Auf ihrem Weg nach Jerusalem haben Paulus und die Leute aus Antiochia übrigens auch andere Christen getroffen, die sich einfach nur gefreut haben, dass in Antiochia auch Nichtjuden zu Gott umgekehrt sind. Ich finde, so sollte es eigentlich sein. Deshalb freut es mich, dass wir vor dieses Jahr JesusHouse zusammen mit Christen aus vielen verschiedenen Gemeinden veranstaltet haben. Wir alle, mit unseren teilweise ganz unterschiedlichen Prägungen sind eine Family (oder wie die Bibel sagt: ein Leib). Und ich wünsche mir, dass das in unserem Umgang miteinander deutlich wird – auch und gerade da, wo wir uns vielleicht nicht einig sind.

Regeln fürs miteinander (Apg. 15, 13-30)

Fragen erlaubt (Apg. 8, 26-40)

It´s not a trick (Apg. 8, 9-24)

Wie wird man ein guter Zauberer oder neudeutsch Illusionskünstler? Gute Zaubertrick fallen einem Menschen nicht zu. Er muss viel üben und neue Trick muss er kaufen. Die einfachen mit Zauberbüchern, die schwierigeren direkt von denen, die es drauf haben.Simeon hatte es drauf. Sogar kleinere Heilungen konnte er bieten. So war sein Publikum beeindruckt und zahlte gern für seine Show. Er hat es verstanden immer die neuesten Tricks anbieten zu können. Bis eines Tages zwei Herren in seine Stadt kamen. Auch sie hatten einiges drauf und Simeon beobachtete sie genau. Heilungen, besser als das was er konnte. Der Hammer waren aber diese Segnungen. "Empfange den Heiligen Geist." Menschen, die diese Worte hörten waren wie ausgewechselt. Innerer Frieden ging von ihnen aus und Freude, die ansteckend ist.Simeon schließt sich den beiden an. Er wird auch Christ, wie sie sich nennen. Und in einer ruhigen Minute fragt er nach: "Petrus. Diese Macht ausschütten, die die Menschen glücklich macht. Ich will das auch können. Verkaufst du mir den Trick." Die nächsten Minnuten möchte Simeon am liebsten aus seinem Gedächtnis streichen. Petrus schmeißt ihn im hohen Bogen hinaus. "Der heilige Geist ist kein Trick!! Du kannst ihn nicht kaufen, du billiger Zauberer. Er ist eine Gabe Gottes, die er verschenkt. Gesegnet sein kannst du nicht kaufen, du kannst es nur empfangen. Für deine Seele sehe ich schwarz, wenn du meinst Glück, Frieden und Gottes Gewissheit wären käuflich."Was zählt? helfen um jeden Preis Glauben macht frei Zum Glauben stehen! Stress mit Stephanus (Apg. 7)Voll daneben dieser Stephanus. Was der redet und tut zeigt keine Ehrerbietung vor Gott. Er will sich den gelten Gesetzen nicht unterodnen.Eigentlich bewundernswert, was er tut. Stephanus kümmert sich um die Armen. Er geht regelmäsig in den Tempel. Doch was er dann von sich gibt ist voll daneben. Nicht nur das er mit dieser Sekte rumhängt, diesen Jesus Anhängern. Nein, er kümmert sich auch nicht darum, das Gesetz des Mose einzuhalten. Nun wir werden ihn heute zur Rede stellen. Da hinten ist er ja, auf dem Weg zu den Armen. Wie berechenbar? Hey Stephanus! Wie siehst du das, muss man die Gesetze des Mose halten, um in das Reich Gottes zu gelangen? Der Kerl ist nicht ganz bei Sinnen. Antwortet doch allen Ernstes: "wenn sich eure Väter dran gehalten hätten, müssten wir nicht darüber sprechen." Das reicht. Mehr braucht es nicht für eine Steinigung. Doch der Kerl dreht völlig ab. "Ich sehe den Himmel offen. Jesus sitzt zur Rechten Gottes." Jetzt wird die Menge richtig zornig. Seine Hinrichtung dauert nicht lange.Ich selbst hatte gefallen daran. Auch wenn er mich beeindruckt hat. Einer der trotz des nahen Tades an seiner Überzeugung festhält. Er hätte uns ja auch beschwichtigen können. Ich selbst habe erst später vor Damaskus verstanden, dass der Himmel durch Jesus offen steht und das man für diese Überzeugung bereit ist einzustehen, auch wenn es das Leben kosten kann.

   

Nächste Termine  

Mär
4

04.Mär.2020 19:00 - 21:00

Mär
7

07.Mär.2020 09:30 - 17:30

Mär
7

07.Mär.2020 18:00 - 20:00

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14.Mär.2020 09:30 - 12:00

Mär
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20.Mär.2020 19:00 - 21:00

   

Andacht  

  • Meet my World

    Was ist ein Missionar? Ein Missionar ist einer der nach Afrika geht und dort gute Dinge tut. Zum Beispiel ein Krankenhaus gründet oder eine Schule baut. Dann erzählt er von Jesus und tauft alle, die das wollen.

    Das ist also ein Missionar - geht in die Welt und macht diese mit seiner Sicht der Dinge bekannt. Die berechtigte Frage: Ist das denn wirklich gut? Warum muss jemand auf anderem Kontinent die Dinge genauso tun und sehen, wie ich?

    Wenn ich mich als Christ frage „wie sollte denn ein Missionar sein?“, dann schaue ich in die Bibel, wie das mit den Missionaren angefangen hat. Beim Blättern von hinten nach vorne bleibe ich hängen bei einer Erzählung im Johannesevangelium - ganz am Anfang - erstes Kapitel ab Vers 35.

    Da ist ein Prophet und Lehrer - Johannes der Täufer - der hat eine kleine Schülergruppe. und als er Jesus vorbei gehen sieht, sagt er seinen Schülern. Dieser dort (Jesus) ist derjenige, der viel mehr zu sagen hat als ich. Ihm solltet ihr folgen. Zwei seiner Lerngruppe nehmen das wörtlich und laufen Jesus direkt nach. Das bleibt nicht lang unbemerkt. Jeder würde das merken - Du gehst die Straße entlang und hinter dir laufen zwei, die jeden deiner Schritte beobachten. Daher dreht sich Jesus um und fragt die beiden: was wollt ihr? Äh, ja - wir ... wollen wissen wo du wohnst.

     

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Kindergottesdienst  

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