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Joseph erstaunt mich immer wieder. Er wird von seinen Brüdern verkauft, kommt zum Potifar. Das ist quasi der Innenminister des Pharao, also einer der mächtigsten Männer Ägyptens. Dort lebt er eigentlich gut, nimmt alles an, ohne zu murren. Stellt sich gegen Potifars Frau, weil es seiner Überzeugung widerspricht. Kommt daraufhin ins Gefängnis.

Jedes Mal steigt er unschuldiger Weise ab. Bei uns heute würde es Gejammer und Gezeter geben, aber was macht Joseph? Er nimmt die Situation an, wie sie ist, und lebt einfach in ihr. Ich finde sowas echt erstaunlich. Joseph befindet sich in einer Situation und schaut einfach, was er aus dieser Situation machen kann. Und so kommt er eigentlich auch ganz gut durch. Er entdeckt immer mehr seine Gabe Pläne zu machen und zu organisieren. Schon beim Potifar hat er sehr schnell eine leitende Position, im Gefängnis steigt er nach kurzer Zeit schon auf und ist dafür zuständig, die anderen Gefangenen zu versorgen und nach dem Gefängnis wird er vom Pharao sogar zu seinem Chefverwalter gemacht.

Eine weitere Gabe, die Joseph hat, ist Träume in das reale Leben zu übersetzen. Diese Gabe nutzt er vor allem im Gefängnis sehr geschickt. Er ist dabei aber sehr offen und verständnisvoll. Er merkt, dass die beiden ein Problem haben und geht auf sie zu und fragt einfach nach. Aber auch Bäcker und Mundschenk verhalten sich für mich einfach total cool. Sie erzählen ihm einfach, was sie geträumt haben.

Wie oft würde ich mir heute wünschen, dass viele Menschen so sind wie die beiden. Wie oft höre ich Sätze wie, das verstehst du doch eh nicht. Viele Menschen bleiben heute mit ihren Problemen alleine, weil sie niemandem belasten wollen oder weil sie sich keine Hilfe von den anderen erwarten. Aber warum nicht einfach mal wie der Bäcker und der Mundschenk probieren? Es hätte ihnen ja auch passieren können, dass Joseph nicht gewusst hätte, was er dazu sagen soll. Aber sie und Joseph nutzen die Chance um sich gegenseitig zu helfen.

Es werden in unserem Leben immer Dinge auf uns zukommen, von denen wir nicht wissen, wie wir sie bewältigen sollen. Wie schaffe ich das Lernen für die nächste Arbeit, wie spreche ich Ihn oder Sie an, wie schreibe ich meine Bewerbung so, dass sie erfolgreich ist und ich einen Ausbildungsplatz bekomme…

Gaben, Gaben sind etwas sehr wichtiges im Leben, die ein Mensch entdecken soll, um sich den eigenen Weg zu erleichtern. Ich mag zum Beispiel Musik sehr gerne. Aber ich sage euch, für euch ist es wirklich besser, dass Markus heute Gitarre  spielt und ich nicht. Ich kann hier bei der Jugendbibelwoche einfach besser mithelfen, wenn ich euch hier etwas erzähle, als wenn ich in der Band mitspielen würde. Wenn ich mich hier also einbringen will, muss ich nicht versuchen in 4 Wochen noch schnell Gitarre zu lernen, sondern ich kann einfach an den Stellen mitmachen, an denen ich gebraucht werden kann.

Joseph zeigt uns, dass diese Berge nicht auf einmal überwunden werden müssen. Wir müssen nicht den direkten Weg steil bergauf nehmen, um auf der anderen Seite wieder genauso steil herunter zu gehen. Das ist riskant. Man riskiert dabei im Berg stecken zu bleiben oder gar abzustürzen. Bergführer Joseph nimmt einfach den Weg, der schon angelegt ist und nimmt einen Schritt nach dem anderen. Klar, das ist nicht die kürzeste Strecke – doch sie ist am einfachsten zu gehen und er steht nicht in der Gefahr, dass er an einen Punkt kommt an dem er aussteigen muss.

Trotzdem Joseph ist ganz unten. Ganz anders als in seinen Träumen. Er ist nicht der Mittelpunkt, sondern einfach nur ein junger Mann. Doch er weiß, an wen er sich halten muss. Er gibt sein Leben in die Hand Gottes und vertraut darauf, dass er ihn und sein Leben richtig führen wird. Er vertraut darauf, dass Gott einen Plan für sein Leben hat, dass Gott mit ihm was vorhat. Das lässt ihn nicht verzagen, als er von dem Mundschenk nichts hört.

Mir ist das früher nie aufgefallen. Man überliest in der Geschichte gerne die Zeiten. Wir haben im Film und Anspiel ja eben die Geschichte gesehen. Aber zwischen der Traumdeutung bei Mundschenk und Bäcker und der Traumdeutung des Pharao vergehen 2 Jahre. In dieser Zeit tut Joseph einfach seine Aufgaben. Er jammert nicht, er verzweifelt nicht an der Ungerechtigkeit, sondern er stellt sich der Situation. Er stellt sich seinem Leben und lebt es einfach.

Dies wünsche ich mir für euch auch, dass ihr wisst wer für euer Leben einen Plan hat; dass ihr euch eurem Leben so wie es gerade ist einfach stellen könnt; und dass ihr die Geduld habt zu erwarten, was Gott noch mit euch vorhat.

 

   

Nächste Termine  

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04.Mär.2020 19:00 - 21:00

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07.Mär.2020 09:30 - 17:30

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20.Mär.2020 19:00 - 21:00

   

Andacht  

  • Gewalt und Weihnachten?

    Dies ist keine "fertige" (ausformulierte) Andacht, vielmehr beschreibe ich in Stichworten Gedankengang und Schlussfolgerungen. Ich hoffe ihr könnt eine für euch passende Andacht damit halten. 

    1) Das Gedicht „Advent, Advent“ von Loriot

    2) Frage: Was ist euch aufgefallen? Was hat euch vielleicht gestört?
    3) Passt ein Mord etwa nicht zu Weihnachten?
    4) Film-Titel aus Fernsehzeitschrift vorlesen, die an Weihnachten laufen und in denen es um Gewalt geht (sind überraschend viele)
    5) Frage: Habt ihr euch schon mal gewundert, warum sowas an Weihnachten läuft?
    6) Ist Weihnachten ein Fest der Ruhe, Liebe etc.?
    7) Wie war das denn damals? Eher nicht romantisch…sogar ziemlich stressig (Herodes, Gewalt, Verfolgung) vgl. Lukas 2, 1-20 eventuell vorlesen, wenn die Teens nicht von selbst drauf kommen, wie die Situation damals war
    8) Lasst euch Weihnachten nicht kaputt machen!!!
    9) Klar, das Gedicht ist übertrieben, aber die Leute stumpfen ja auch immer mehr ab
    10) Macht danach nicht weiter wie vorher! (nicht wie im Gedicht)

    Rebekka Haas

   

Kindergottesdienst  

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