weil Gott es gut mit uns meint

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Joseph ist in Ägypten und plötzlich stehen seine Brüder vor ihm. Sie wollen seine Hilfe. Sie, die ihn einfach verkauft haben, die ihn loswerden wollten, wollen nun seine Hilfe. Joseph hat allen Grund der Welt sauer auf sie zu sein, und ich glaube keine von uns könnte es ihm verübeln, wenn er sie einfach wegschicken würde. Jeder von uns kennt diese Rachegedanken. Warum soll ich jetzt dem etwas gutes tun, der mich vorher so schlecht behandelt hat. Joseph gibt sich aber nicht zu erkennen, er schickt seine Brüder nicht einfach weg, sondern er nimmt nur eine kleine Minirache vor. Er schafft es durch den Trick mit dem Becher das Schicksal seiner Brüder in seine Hand zu bringen, sodass sie noch mehr davon abhängig sind, wie er entscheidet. Und wie werden sich seine Brüder nur gefühlt haben?

Benjamin wusste, dass er den Becher nicht genommen hat. Er wurde zu Unrecht verdächtigt. Ich denke das Gefühl kennt jeder von euch. Man kann es erleben, wenn man von den Eltern geschimpft wird für eine Sache, die man nicht getan hat, wenn eine Freundin sauer auf einen ist, weil man angeblich hinter ihrem Rücken über sie gelästert hat, wenn der Lehrer einen verdächtigt in der Arbeit vom Sitznachbarn abgeschrieben zu haben und der will einfach nicht zugeben, dass er es war, der abgeschrieben hat. In einer solchen Situation ist man verzweifelt, wenn man nicht beweisen kann, dass man selbst unschuldig ist und nichts getan hat. Ich glaube die Brüder waren auch verzweifelt.

Und dazu kam bei ihnen einfach noch eine riesige Angst. Denn Joseph offenbart sich als ihr Bruder. Er sagt, dass er derjenige ist, den sie verkauft haben. Sie fürchten seine Rache. Doch Joseph will sich nicht an ihnen rächen. Er will ihnen nicht auch noch Benjamin nehmen, sondern er will, dass die Familie wieder zusammen ist.

In diesem Moment ist Joseph am Ziel seiner Träume, von denen wir vorgestern gehört haben. Seine Brüder liegen vor ihm, zu seinen Füßen und er ist der Mittelpunkt und kann alles entscheiden. Doch anscheinend ist dies nicht sein Glück.

Er will nicht in dieser Machtposition vor ihnen sein, sondern geht auf sie zu, nimmt Benjamin in den Arm und geht auch auf die anderen zu. Er vergibt ihnen. Er weiß, dass sie so handeln mussten, damit sich das Schicksal, was Gott für ihn vorgesehen hat, erfüllt. Durch diese Vergebung kann er den Riss schließen.

Für Josephs Brüder ist das unglaublich. Sie können kaum fassen, was nun mit ihnen und Joseph passiert. Joseph kann alles Verzeihen. Aber man sieht an dieser Geschichte auch, dass Verzeihen nicht das einzige ist, was passieren muss, damit Versöhnung wirklich stattfinden kann. Joseph muss erst auf seine Brüder zugehen, selbst die Distanz zwischen ihnen überwinden. Es nützt also nichts nach einem Streit nur zu sagen, es ist okay. Man muss diese Sache auch wirklich gemeinsam abhaken.

Mir macht diese Geschichte auch noch an einer anderen Stelle Mut. Hier zeigt sich meiner Meinung nach sehr gut, dass wir viele Dinge in unserem Leben nicht verstehen können. Ich denke dabei an unseren ersten Abend hier zurück. Joseph wird von seinen Brüdern verkauft, eigentlich wollten sie ihn töten. Joseph war mit Sicherheit nicht glücklich darüber, dass seine Brüder ihn verkauft haben. Er war mit ziemlich großer Sicherheit auch richtig sauer auf sie. Aber trotzdem war es gut, dass diese Sache schief gegangen ist. Wäre Joseph nicht verkauft worden, hätte er seinen Brüdern nun in der Hungersnot nicht helfen können.

Oft ärgern wir uns auch heute noch über Dinge, die nicht so gelaufen sind, wie wir sie wollen. Ich habe mich am Anfang von meinem Studium richtig geärgert, dass ich nicht an meine Wunschuni durfte, sondern nur nach Marburg konnte. Im Nachhinein war es richtig gut. Ich habe dort viele liebe Leute kennen gelernt, die mir richtig wichtig geworden sind.

Wenn man eine Ausbildungsstelle nicht bekommt, die man gerne gehabt hätte, vielleicht ist das im Nachhinein gar nicht so schlimm, weil man noch eine viel bessere Stelle angeboten bekommt, bei der man nach der Ausbildung vielleicht sogar fest eingestellt wird.

Viele Dinge in unserem Leben scheinen schief zu gehen, laufen nicht so, wie wir es uns vorgestellt haben. Und trotzdem zeigt sich oft erst im Nachhinein, dass dies genau richtig für uns war.

Ich denke, wir sollten darauf vertrauen, dass Gott schon einen Plan für unser Leben hat und diesen auch umsetzt. Wir sollten es machen wie Joseph und an diesen gescheiterten Träumen nicht verzweifeln. Die Erfüllung eines Traumes ist aj noch kein Glück, also muss auch ein geplatzter Traum kein Unglück sein. Es ist vielmehr eine Chance sich auf das hier und jetzt zu konzentrieren und dabei glücklich zu werden. Glücklich werden wir, wenn wir annehmen, dass Gott es gut mit uns meint.

 

   

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Andacht  

  • Euer Herz erschrecke nicht ...

    „Papa hatte einen Herzinfarkt. Er ist in eine Herzklinik gebracht worden.“

    Diese Nachricht schockt, der Anruf erreicht mich mitten in einer Gemeindefeier. Ich fühle mich hilflos, da ich mehr als 300 Kilometer entfernt bin und die Veranstaltung nicht verlassen kann. Ich kann meine Mutter nicht in den Arm nehmen und meinen Vater vorerst nicht besuchen. Schlagartig wird alles anders, der einst gesunde Mann überlebt knapp mit ärztlicher Hilfe den plötzlichen Infarkt.

    Eine Woche nach dem Anruf kann ich meinen Vater in der Reha-Klinik besuchen. Er singt, ist fröhlich und Gott dankbar. Umgeben von anderen Patienten, die mit ihrem Schicksal hadern, dankt er Gott für ein paar weitere Lebensjahre. Sein Beruf wird ihm noch einmal mehr Berufung, er ist Pfarrer. Seine Predigten sprudeln voller Leben und aus tiefer Dankbarkeit. Das Herz, das ihm seitdem körperlich zu schaffen macht, schlägt lebendig für einen begeisterten Glauben. „Gott hat mir diese Jahre geschenkt, also will ich ihn mit dem, was ich kann, in dieser Zeit loben.“

    Wenn in der Bibel vom Herzen die Rede ist, dann ist da nicht die Pumpe für den Blutkreislauf gemeint. Das Bild geht tiefer, es steht für das, was unser Leben ausmacht und den Menschen antreibt. Ein erschrecktes Herz, das aussetzt, aus dem Rhythmus kommt oder gar stehen bleibt, kann die Lebendigkeit des Menschen lähmen und die Persönlichkeit deutlich verändern. Wir Menschen brauchen ein Herz, einen Taktgeber und einen Antrieb für unser Leben.

    Der Glaube an Jesus Christus kann so ein Herz sein, das wurde mir bei meinem Vater klar. Der Glaube ist ein guter Taktgeber, aus diesem Rhythmus sprudelt eine Lebendigkeit für mich und andere.

    So verstehe ich auch die Jahreslosung: Jesus will seine Freunde - besonders Petrus - ermutigen. Damit die Lebendigkeit nicht aus ihnen weicht, will er ihnen die Angst vor der Zukunft nehmen: „Euer Herz erschrecke nicht“, will heißen: bleibt nicht stehen, da wo ihr jetzt seid, sondern „glaubt an Gott und glaubt an mich“. Ihr habt einen Grund Jünger zu bleiben. Ihr habt einen Grund weiter zu gehen, ihr habt einen Grund in dieser Welt lebendig zu sein. Euer Herz soll im Glauben an mich weiter schlagen.

    Wenn das Herz des Glaubens in diesem Vertrauen weiter schlägt, kann jeder viel tun, Gott zu loben mit dem, was ihm gegeben ist!

   

Kindergottesdienst  

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