Geht nicht, gibts nicht

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Predigt zum Go am 22. September 2006
Schwer atmend stehen sie mitten im Urwald. Sie werden gehetzt. Man sieht ihre Verfolger nicht, doch jeder weiß sie sind da. Er - versucht einen Weg durch das Unterholz des Urwalds zu schlagen. Sie – ist verzweifelt: „Wir müssen raus hier!“
– „Es geht nicht!“ – „Geht nicht? Gibt´s nicht.“
Mit dem passenden Werkzeug schneidet der smarte Helfer des Baumarkts den Weg frei. Egal, wie die Aufgabe auch aussieht: Wir haben das passende Werkzeug zum günstigsten Preis!
„Geht nicht gibts nicht“ – das behaupten auch andere: Alles geht, du brauchst nur das richtige Werkzeug, den richtigen Partner, die richtige Idee und genug Geld um dir dieses zu leisten.
Ein gelingendes Leben ist also entweder eine Frage der Leistung oder das außergewöhnliche Glück sich diese Leistung leisten zu können. Anders gesagt in der Welt von „geht nicht gibts nicht“ herrscht mächtig Druck. Versagen kann sich da keiner erlauben. Eine Firma, die nicht erfüllt was sie verspricht, ist weg. Ein Partner, der nicht in das ihm zugedachte Schema passt, wird gefeuert. Eine Idee, die nicht profitabel genug ist, wird verworfen.


In dieser Welt gibt es keine Wunder. Denn alles funktioniert wie geplant. Jeder weiß was zu tun ist und was von ihm erwartet wird. Doch wir leben nicht in der Welt von „geht nicht gibt´s nicht“. In unserer Welt laufen die Dinge nicht wie
geplant. Es gelingt auch etwas nicht und viele der Fehler in dieser Welt werden von uns selbst produziert.
Dennoch möchte ich euch heute Abend denjenigen vorstellen, der mit Recht von sich behaupten kann: Geht nicht, gibt es für mich nicht. Er wirkt hinein in unsere Welt mit all ihrem Fehlern und Schwächen. Für uns sind es Wunder, da wir mit
unseren Fähigkeiten niemals eine solche Wirkung haben. An drei ausgewählten Beispielen will ich zeigen wie wir Wunder in unserem Leben entdecken können:


Es gibt da einen Hauptmann. Sein Name ist nicht bekannt. Wir wissen nur: er ist Römer und er hat einen schwer kranken Diener. Dieser Hauptmann wendet sich an Jesus, der gerade in seiner Stadt zu Gast ist: „Herr, mach meinen Diener
gesund!“ Klar, eindeutig, zackig, ein echter Hauptmann eben. Und Jesus? - will mitkommen. Doch unser Hauptmann sagt nein. „Jesus, du brauchst nicht mitkommen. Es reicht, wenn du es befiehlst. Ich weiß es von mir selbst. Ich muss gehorchen, wenn meine Befehlshaber sprechen. Und meine Untergebenen tun, was ich ihnen sage. Also, sprich nur ein Wort.“
Jesus ist beeindruckt: „Einen solchen Glauben habe ich in ganz Israel noch nicht gesehen.“ Den Hauptmann entlässt er mit den Worten: „Geh nach Hause. Es geschieht, wie du es geglaubt hast.“ Ein Mann erlebt ein Wunder. Nicht irgendein Mann, sondern ein Hauptmann der Römer. Er vergleicht Jesu Macht mit der Befehlstruktur beim Militär. Befehlsverweigerung? – gibts nicht! Wenn du es sagst, Jesus, dann passiert es.
Und Tatsache, es passiert. Also Wunder passieren, wenn man sie erwartet. Hinsetzen Wunder erwarten und es passiert. Geht nicht, gibt´s nicht!

Doch nicht jede Erwartung wird erfüllt. Es gibt viele Wünsche, Anfragen und Gebete deren Erfüllung wir nicht sehen, obwohl wir sie fest erwartet haben. Es ist wohl so, das Erwartung alleine, nicht die Garantie für das Erleben eines Wunders
ist.
Den Männern unseres zweiten Beispiels ist dieses deutlich bewusst. Sie wissen, dass man Gott nicht zu Wundern zwingen kann: Der babylonische König Nebukadnezar lässt sich eine goldene Statue errichten. Die soll seine Macht und vor allem auch seine Göttlichkeit zeigen. Kaum ist die Statue fertig lässt er seine Minister und Verwalter antreten. Nach viel Tamtam
und Zeremonie werden Fanfaren gespielt und alle sollen vor der Statue knien und diese anbeten. Wer es nicht tut wird im Hochofen verbrannt.
Das haben aber nicht alle getan. Drei jüdische Männer blieben stehen. Selbst als der König persönlich sie zur Rede stellt, sagen sie klar und eindeutig: Wir knien und beten nur vor Gott. Das ist ziemlich beschämend für einen, der sich selbst
für einen Gott hält. Doch er will ihnen noch eine Chance geben, schließlich waren die Männer in seinem Dienst sehr fähig.
„Wir werden gar nicht erst versuchen uns vor dir zu verteidigen. Unser Gott, dem wir dienen kann uns aus dem Feuer und deiner Gewalt retten. Aber auch wenn er das nicht tut, musst du wissen, wir werden nie zu einem anderen beten.“ Unser
König rasend in seinem Zorn lässt den Ofen heißer machen als je zuvor. Nur um zu erleben, dass diese drei Männer im Ofen umher gehen und sich mit einem vierten unterhalten. Der Gott der drei Juden ist größer als alle anderen, er holt
sie ohne den Hauch einer Verbrennung aus dem Ofen.
Die drei Männer fällen ihre Entscheidung aus ihrem Glauben heraus. Sie kennen die Konsequenzen und wissen nur: Gott kann uns retten, wenn er das will. Sie geben ihr Leben in Gottes Hand und vertrauen ihm. Und doch ist ihnen klar, es
ist seine Entscheidung. Man kann Gott nicht zu einem Wunder zwingen.


Wunder erleben also diejenigen, die sich Gott anvertrauen. Die nicht meinen sie könnten Gott einsetzen, sondern sich selbst für ihn einsetzen. Es ist ein Geben und Nehmen. Ich gebe ihm mein Leben und er rettet es mir dafür.
Sich ohne Bedingungen jemandem anvertrauen oder gar für einen Anderen einsetzen ist uns fremd. Wir prüfen erst einmal die Absichten. Ist das ein ehrlicher Typ? Habe ich etwas davon oder werde ich ausgenutzt? Es ist auch nicht falsch genau hinzusehen, hinzuschauen wem ich mein Leben gerade anvertraue. Einfach blind jemandem hinterzulaufen bedeutet oft genug wie ein Lemming den anderen hinterher in den Abgrund zu stürzen.


Also sind wir lieber Skeptiker als später enttäuscht. Wenn ich mich auf Wunder doch nicht verlassen kann, glaub ich besser gar nicht dran. Wir wollen halt doch lieber in der perfekten Welt leben, die unseren Ansprüchen gerecht wird.

Glauben wir heute noch an Wunder? Wunder gibt es nicht, oder ...

  • Das Wunder von Bern. Oder andere sportliche Erfolge, die man vorher nicht für möglich gehalten hätte.
  • Das Wunder von Lengede. Menschen werden nach mehreren Tagen noch lebend aus einem verschütteten Bergwerk geborgen.

Von solchen Wundern kann man in der Zeitung lesen. Ein Wunder braucht in unserer Zeit einen Showcharakter. Es muss etwas hermachen. Wir brauchen allgemeine Betroffenheit und gemeinsamen Jubel.
Erwartungen übertroffen, Freude ausgelöst  - das Wunder unserer Zeit!

Für mich sind Wunder Wirken Gottes in dieser Welt. Ich glaube, dass es sie heute noch gibt. Jesus tut Wunder, jederzeit. Wahrnehmen können wir sie, wenn wir Jesus Raum geben, ihm vertrauen und erwarten, dass es auch in unserem Leben
Wunder gibt. Manchmal müssen wir nur zurück schauen um sie zu erkennen. Mit diesem Blick sehen wir dann auch die eigentlichen Wunder: ein Junge kann vergibt seinem Mitschüler, obwohl ihm Unrecht geschehen ist. Mit diesem Blick
erkennen wir, wie im Unglück dieser Woche sich Menschen aufmachen um einander zu helfen. Der einzelne sieht nicht auf sein eigenes Unglück, sondern den Nachbarn.

Doch wie bekomme ich diesen Blick. Das Vertrauen auf das Wirken Gottes ist nicht so leicht, selbst Jesus sagt er findet diesen Glauben bei seinen Zeitgenossen selten.
Es geht uns so wie dem Mann, der seinen kranken Sohn zu Jesus bringt. „Jesus, wenn du etwas kannst, mach ihn gesund.“ Jesus fährt förmlich aus der Haut: „Du sagst, wenn du es kannst? – Ich sage dir: Alle Dinge sind möglich, dem der da
glaubt!“ Der Vater schreit in seiner Verzweiflung: „Ich will es ja glauben, hilf du mir dabei.“ Und er bekommt es geschenkt. Er kann glauben und sein Sohn wird gesund.
Vater, ich bitte dich durch Jesus Christus, deinen Sohn, schenke du uns dieses Vertrauen in dich, dass wir an dich glauben können. Amen.

   

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Andacht  

  • Gewalt und Weihnachten?

    Dies ist keine "fertige" (ausformulierte) Andacht, vielmehr beschreibe ich in Stichworten Gedankengang und Schlussfolgerungen. Ich hoffe ihr könnt eine für euch passende Andacht damit halten. 

    1) Das Gedicht „Advent, Advent“ von Loriot

    2) Frage: Was ist euch aufgefallen? Was hat euch vielleicht gestört?
    3) Passt ein Mord etwa nicht zu Weihnachten?
    4) Film-Titel aus Fernsehzeitschrift vorlesen, die an Weihnachten laufen und in denen es um Gewalt geht (sind überraschend viele)
    5) Frage: Habt ihr euch schon mal gewundert, warum sowas an Weihnachten läuft?
    6) Ist Weihnachten ein Fest der Ruhe, Liebe etc.?
    7) Wie war das denn damals? Eher nicht romantisch…sogar ziemlich stressig (Herodes, Gewalt, Verfolgung) vgl. Lukas 2, 1-20 eventuell vorlesen, wenn die Teens nicht von selbst drauf kommen, wie die Situation damals war
    8) Lasst euch Weihnachten nicht kaputt machen!!!
    9) Klar, das Gedicht ist übertrieben, aber die Leute stumpfen ja auch immer mehr ab
    10) Macht danach nicht weiter wie vorher! (nicht wie im Gedicht)

    Rebekka Haas

   

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