(Kurz-)Nachrichten

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„Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern, daher sage ich nichts.“ Ein Satz, der beruhigen sollte, gießt Öl ins Feuer der Aufregung. Der Innenminister erlebt, dass ein Wort allein nicht unbedingt das bewirkt, was er beabsichtigt hatte. Jedem, der auf seinem Handy Kurznachrichten schreibt oder liest, ist es schon passiert: Ein Satz mit wenigen Worten wird völlig falsch verstanden. Je kürzer die Nachricht, desto schroffer kommt sie rüber. Mit Smilies oder Emojis versucht man dem Gesagten einen Gesichtsausdruck zu verleihen, damit die Nachricht vom Empfänger besser eingeordnet werden kann. Doch wie heißt es so schön, der Ton macht die Musik. Und ohne Ton und Stimme bleiben nur dürre Worte, die missverstanden werden können. Ohne mein Gegenüber zu sehen oder zu hören, wird es schwer die Botschaft richtig zu verstehen. Das Schlimme ist: Man meint, man hätte verstanden. Mancher fühlt sich schnell unverstanden, beurteilt, angegriffen und merkt erst an der Reaktion des anderen, dass die Kurznachricht wohl ganz anders gemeint war. Absprachen via SMS und Whatsapp sind großartig, doch um Missverständnisse zu vermeiden, ist es besser miteinander zu reden - von Angesicht zu Angesicht. Einfacher Klartext mit allen wichtigen Informationen - also auch Stimme und Gesicht – hilft meinem Gegenüber selbst zu entscheiden, ob ihn die Botschaft beunruhigt oder nicht. Jesus selbst sagt seinen Jüngern in der Bergpredigt: Sagt einfach Ja oder Nein, statt Wortreich zu schwören. Im Prinzip eine Kurznachricht, aber klar und unmissverständlich.

Schwierige Fragen

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Es war im letzten Jahr bei der Sommerfreizeit. Wir hatten einen besonderen Abend: Unterwegs im Land des Glaubens. Was mich an diesem Abend besonders beeindruckt hatte war der Wald der Fragen. An einer der Stationen durften alle Fragen stellen, die sie an den Glauben haben. Und an diesem Abend standen einige Fragen da auf die es keine einfache Antwort gibt. Jede einfache, schnelle oder eindeutige Antwort ist entweder herzlos oder nicht wirklich belastbar.

Was muss ich glauben, damit ich es richtig mache? Da könnte ich einen Aufgabenkatalog nennen, ich würde immer etwas vergessen. Ich könnte auch sagen, Gott hat schon alles für dich getan. Das ist zwar richtig, fühlt sich aber ebenfalls komisch an: woher bekomme ich dann meine Sicherheit?

Diese schwierige Frage bewegte auch einige junge Christen im Alten Griechenland. Durch Paulus und Barnabas hatten sie von Jesus gehört und davon das Gottes Geist die Menschen bewegt. Und so begeistert wurden sie glühende Anhänger. Dann kamen andere Prediger in ihre Gemeinde.

Die waren sehr glücklich darüber, hier so begeisterte Christen zu finden. Aber sie meinten, der jungen Griechengemeinde fehlt noch etwas. Wer Christ sein will, sollte sich auch an die jüdischen Gesetze halten. Also sich beschneiden lassen und kein unreines Fleisch essen. Schließlich ist Jesus der Messias des jüdischen Gottes.

Paulus war darüber entsetzt, denn für ihn ist klar nicht das jüdische Gesetz, sondern der Glaube an Jesus und sein befreiender Geist sind das entscheidende. Seine Überzeugung man muss kein Jude wer4den um an Jesus den Christus zu glauben.

Was macht man nun, wenn man sich nicht einig ist in einer Glaubensfrage, zu der es keine Aussage von Jesus gibt? Nun Petrus, Paulus und alle anderen Apostel und Gemeindeleiter versammeln sich und diskutieren es aus. Sie beten miteinander gemeinsam darum, dass sie eine gute Lösung finden mögen. Und dann tragen die Parteien ihre Argumente vor, das was dafür spricht und das was dagegen spricht. Und schließlich einigen sie sich.

Wie es bei schwierigen Fragen so ist: es gibt auch in diesem Fall unterschiedliche Versionen wie man sich geeinigt habe: Lukas erzählt in der Apostelgeschichte (15) von ein paar Verhaltensregeln an die sich die Christen halten sollen. Paulus selbst schreibt im Brief an die Galater (2): Das Ergebnis ist – es gibt keine Auflagen. Nur bitten die ärmeren Gemeinden um eine Kollekten Sammlung.

Wir haben beschlossen in diesem Jahr mit Euch Fragen anzugehen. Fragen, die keine klaren Antworten haben. Wo wir selbst im Mitarbeiterteam nicht immer einer Meinung sind, bzw. manchmal auch überrascht was die anderen so denken. Wir wollen mit euch die verschiedenen Antworten entdecken. Und uns so oft wie möglich einigen.  Ich hoffe das klingt für Euch genauso spannend wie für mich mal zu fragen: was muss ich eigentlich glauben? Müssen wir alle exakt dasselbe glauben?...

Ich bin froh, dass uns die Apostel vorgemacht haben, dass man sich auch um den richtigen Weg streiten darf. Und ich finde es ebenfalls toll, das wir heute noch lesen können: dass sie danach immer noch zwei Verschiedene Antworten der Einigung kennen. Das macht mir Mut, dass verschiedene Antworten nicht unbedingt heißen, dass eine der Antworten falsch ist…

"...und da bin ich einfach losgelaufen."

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„Wie bist Du denn her gekommen?“ Mein Bruder Jochen steht mit seinen gerade mal sechs Jahren nach der Jungschar ganz alleine vor unserer Haustüre. Meine Mutter hat ihm eingeschärft, dass er mit dem Jungscharleiter gemeinsam nach Hause gehen sollte. Den Fußweg von 10 Minuten über zwei Hauptstraßen hinweg sollte er nicht alleine gehen, doch vom Jungscharleiter ist weit und breit nichts zu sehen.

Da platzt es aus Jochen heraus: „Mama, am Schluss jeder Jungscharstunde stehen wir immer zusammen im Kreis und rufen: Mit Jesus Christus mutig voran! - und da bin ich einfach losgelaufen…“ Als kleiner Junge fasst Jochen zusammen was Gottvertrauen für ihn bedeutet: Wenn ich sage mit Jesus mutig voran, dann muss ich dem auch folgen und losgehen.

Das hat er sein Leben lang so gehalten. Als Segensspruch für seine Arbeit als Jugenddiakon hat er sich den Vers ausgewählt: „Befiehl dem Herrn deine Wege, er wird es wohl machen.“ Ein schönes Lebensmotto: Denn wenn ich auf Gott vertraue, dann kann ich im Vertrauen einfach losgehen.

Der Lebens-Weg ist manchmal gefährlich, ich gehe viele Risiken ein, die das Leben mit sich bringt. Und dennoch weiß ich mich dabei geführt und geleitet. Egal, wo ich hingehe, bin ich nicht allein - sondern habe Jesus Christus dabei.

Warum ich das erzähle? Vor einem Vierteljahr ist mein Bruder überraschend gestorben. Auch wenn ich jetzt traurig bin und manches Erlebnis gerne mit ihm teilen würde, fühle ich mich darin getröstet zu wissen, mit wem und wohin er ging: Mit Jesus Christus mutig voran! – „Und dann bin ich einfach losgelaufen…“

Vertrauen

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Mitten in der Frankfurter Innenstadt liegen vor einer Kirche 54000 Cent-Stücke. Die Münzen bilden in großen Buchstaben das Wort VERTRAUEN. Über den Köpfen der Passanten hängt eine Kamera, die das Geschehen dokumentiert - Kunst als Medienexperiment.

Künstler Ralf Koop will testen, wie lange das Interesse an dem Erhalt des Kunstwerkes den Menschen wichtiger ist als der reine Geldwert - und ab wann es von den Passanten „gefressen“ wird. Noch am Abend ist das Wort VERTRAUEN deutlich zu erkennen. Dann kommt die Dunkelheit und mit ihr diejenigen, die der Verlockung nicht widerstehen können. Sie zerstören das Wort, indem sie das Geld wegnehmen. Das Wort VERTRAUEN ist kaum noch lesbar. „Gier frisst Vertrauen“ hat der Künstler sein Kunstwerk genannt.

Ralf Koop ist keine 14 Stunden nach dem Auslegen entsetzt, wie schnell sich die Gier durchgesetzt hat: 540 Euro - ein lächerlicher Betrag, für den einige Passanten bereit sind, das vom Künstler in sie gesetzte Vertrauen zu enttäuschen. Doch obwohl sein Vertrauen in die Menschen enttäuscht wurde, möchte Koop es bald erneut mit ihnen versuchen. Er plant weitere solche Kunstwerke, denn er wirft das Vertrauen in die Menschen nicht weg.

Nach dem ersten Schock beginnt er sich über die positiven Seiten seines Experimentes zu freuen: Er erinnert sich an die Menschen, die noch Geldmünzen dazulegten. Oder an die Passanten, die das Wort wieder herrichten als ein Radfahrer versehentlich darüber fährt. Und an die Jugendlichen, die den Rest des Kunstwerks für einen Obdachlosen abräumen. Sie haben es nicht für sich getan. Sie haben einem Menschen geholfen, der offensichtlich auf Geld angewiesen war.

Wer es wagt zu vertrauen, steht in der Gefahr enttäuscht zu werden. Doch wer dieses Wagnis nicht eingeht, verpasst solche wundervolle Begegnungen.

An Tagen wie diesen ...

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Heute enden besondere Zeiten: in Wetzlar geht der Hessentag zu Ende, Jugendliche aus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau beenden in Michelstadt den Jugendkirchentag. Jahrelange Vorbereitungen auf diese Tage - und dann brennt das Feuerwerk runter. Wenn der Moment perfekt ist, möchten wir ihn zu gerne festhalten. „Mach, dass es niemals aufhört.“ Verliebte schwören sich Ewige Treue und wenn die beiden Silberhochzeit feiern, staunen alle, dass sie es so lange miteinander ausgehalten haben. - Am Abend des Pokalfinales in Berlin durfte ich von glücklichen Fans lesen: „An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit…“ – die armen Fans der Mannschaft, die eine Niederlage hinnehmen mussten! Es dürfte bis zur nächsten Saison reichen, mit der Niederlage leben zu müssen. Niemand möchte darin für immer gefangen sein.

Es ist gut, dass wir nach diesen Momenten dem Nächsten entgegen fiebern. Das auf eine Niederlage die nächste Chance wartet; das man mit dem Treueschwur alleine nicht fertig ist, sondern die Zeit eines gemeinsamen Lebens beginnt: Das Leben ist so spannend, weil wir die besonderen Momente nicht festhalten können. Wir können die Zeit nicht anhalten, wir können den Moment nur genießen.

 

Vielleicht können wir daher mit der Ewigkeit so wenig anfangen. Unsere Welt festgehalten in einem Moment, einfach nur unendlich, das ist für den einen der Himmel, für den anderen die Hölle. Wenn Gottes Ewigkeit reinbricht, dann stelle ich mir das wie ein unendliches Siegergefühl vor - aber eines das ich nicht festhalten muss: weil es jeden Moment wieder neu ist. Weil ich die Mühen, die es gekostet hat, nicht mehr auf mich nehmen muss. Weil der Sieger nicht zu lässt, dass wir als Verlierer im Regen zurückbleiben. An den Tagen, an denen alles schief geht, nichts mehr zusammen passt, und die schönen Momente weit entfernt erscheinen, wünsch ich mir diese Ewigkeit. 

   

Nächste Termine  

Nov
29

29.Nov.2019 18:00 - 22:00

Nov
30

30.Nov.2019 18:00 - 18:30

Dez
11

11.Dez.2019 19:00 - 21:00

Feb
1

01.Feb.2020 19:00 - 21:00

Mär
7

07.Mär.2020 09:30 - 17:30

   

Andacht  

  • ...nicht einmal ein Liter

    Staunen was in vermeintlich kleinen Dingen steckt oder was dabei rauskommt, wenn ich mit dem Maßband an meine Bibel gehe. Euer Michael

     

     

    Mit dem Maßband kann ich drei Umfänge meiner Bibel messen: 58cm, 29cm und 41cm. Diese Maße können den Umfang meiner Bibel beschreiben. Um das Volumen meiner Bibel, man könnte auch sagen den Inhalt, zu errechnen, ist es leichter man kennt Länge (17,5cm), Breite (11,5cm) und Tiefe (3cm). Damit kann ich meine Bibel in einen Einband mit den exaten Maßen packen und ihr Volumen errechnen. Das Ergebnis sind 603,75 cm³. Enttäuschend, in meine Bibel passt nicht mal ein Liter!

    Sehe ich mir mal das Inhaltsverzeichnis an: das kleine Kraftpacket besteht aus 66 einzelnen Büchern. (Mit dem Add-On Apokryphen kommt man sogar auf ganze 77!) Das klingt schon nach deutlich mehr als einem Liter Inhalt. Auf 1210 Seiten breitet sich in meiner Bibel die Geschichte Gottes mit den Menschen aus. Sobald man auf diese Geschichte eingeht kommt unglaublich Großes dabei heraus.

    Das erste in der Geschichte zwischen Gott und Mensch ist das Gott den Menschen erschafft, also aus ein wenig Erde und ein bisschen Atem ein ganzer Mensch. Wenig später erzählt er einem dieser Menschen, dass seine Nachkommen die Zahl der Sterne oder des Sandes am Meer übersteigen werde. Spätestens der Versuch eine Handvoll Sandkörner zu zählen wird deutlich machen wie unglaublich Gottes Dimensionen sind. Zu groß für unsere Fantasie, die sich schon einiges erträumen kann.

    Viele Jahrhunderte später und doch in derselben Bibel tritt der Sohn Gottes auf. Dieser verkündigt den Menschen von den Plänen seines Vaters: das Reich Gottes bei den Menschen aufzubauen. Für dieses unglaubliche Versprechen wird er auf grausamste Weise hingerichtet. Doch seine Jünger halten daran fest. Zwölf Männer erzählen einfach Jesu Botschaft weiter. Tausende schließen sich an und machen das Christentum zur größten Bewegung auf diesem Planeten.

    Doch die Bibel schaut weiter bis zu dem Moment wo Gott seine Wohnung bei den Menschen baut. Die Vision ist viel zu schön als das man sie mit Worten beschreiben kann. Doch wir dürfen sie entdecken in einem kleinen Buch das nicht einmal einen Liter Volumen hat.

     

     

   

Kindergottesdienst  

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