Ist es nicht wunderbar

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„Ist es nicht wunderbar, an diesem Tag zu sein? Es ist ein Privileg…“ Draußen prasselt der Regen und im Häuschen mit den sanitären Anlagen wird gesungen. Ein ordentlicher Gewitterschlag, bei dem der Donner scheinbar mit dem Blitz zusammen fiel, hatte uns aus den Zelten vertrieben und die nächste festere Unterkunft suchen lassen. Doch statt in Selbstmitleid zu zerfließen, singt die Gruppe ein Freizeitlied nach dem andere. Und die Jungs posen für Selfies vor dem Spiegel. Obwohl es von 11 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachts regnet und in jeden Zelt schon Wasser steht, lässt sich die Gruppe ihre Laune nicht verderben.

Es war letztlich nur ein Tag, der ins Wasser fiel und ein weiterer, an dem wir damit beschäftigt waren wieder zu trocknen. Doch um diese Tage reihen sich einige fantastische Tage. Mit 28 Menschen kommen wir in Platja d’Aro an. Gleich am ersten Morgen begrüßt uns auf dem Weg durch Frankreich ein toller Sonnenaufgang überm Meer und schon die ersten Stunden in Spanien sind angenehm warm. Dem Nachmittag am Strand folgt ein Kennenlernen im Camp.

Es begegnen uns Persönlichkeiten aus Geschichte und Gegenwart: ob Nelson Mandela oder Bethany Hamilton, Dietrich Bonhoeffer oder Max aus dem Team der Ehrenamtlichen – sie alle haben in ihrem Leben Momente erfahren, die ihr Leben umgekrempelt haben. In jeder dieser Begegnungen durften wir davon erfahren, wie Gott seinen Weg mit uns Menschen geht.

Neben diesen Begegnungen gab es eine pulsierende Ferienstadt zu erleben. Strandpromenade und Shoppingmeile ließen niemandem die Zeit zu lange werden. Für freies WiFi läuft man auch mal zwei Kilometer bis zu McDonalds über den Strand. Das Essen genießen wir aber lieber im Camp. Franzi und Astrid ziehen alle Register für gesund und lecker.

Abends gibt es gute Unterhaltung. Das Sportspiel „Capture the Flag“ am Strand begeistert. Lena und Katrin fordern im Quiz heraus.

Besonderes Highlight ist sicher der Besuch in Barcelona, Stadion, Sagrada Familia, Ramblas und Meer. Einen Morgen genießen wir den Sonnenaufgang am Strand und am letzten Abend Paella und Tanz.

Und immer ist dieses Lied dabei: „Ist es nicht wunderbar, an diesem Tag zu sein. Es ist ein Privileg…“

Am Ende sind wir alle trocken und gesund in Dillenburg angekommen. Jede Menge schöner Bilder der vergangenen Tage erscheinen in den sozialen Netzwerken. Eine Liedzeile kommentiert fast alle diese Bilder...

   

Nächste Termine  

Mai
5

05.Mai.2018 18:00 - 18:30

Mai
25

25.Mai.2018 18:00 - 18:30

Mai
31

31.Mai.2018 - 03.Jun.2018

Jun
9

09.Jun.2018 - 10.Jun.2018

Jun
15

15.Jun.2018 19:30 - 20:00

   

Andacht  

  • Vertrauen

    Mitten in der Frankfurter Innenstadt liegen vor einer Kirche 54000 Cent-Stücke. Die Münzen bilden in großen Buchstaben das Wort VERTRAUEN. Über den Köpfen der Passanten hängt eine Kamera, die das Geschehen dokumentiert - Kunst als Medienexperiment.

    Künstler Ralf Koop will testen, wie lange das Interesse an dem Erhalt des Kunstwerkes den Menschen wichtiger ist als der reine Geldwert - und ab wann es von den Passanten „gefressen“ wird. Noch am Abend ist das Wort VERTRAUEN deutlich zu erkennen. Dann kommt die Dunkelheit und mit ihr diejenigen, die der Verlockung nicht widerstehen können. Sie zerstören das Wort, indem sie das Geld wegnehmen. Das Wort VERTRAUEN ist kaum noch lesbar. „Gier frisst Vertrauen“ hat der Künstler sein Kunstwerk genannt.

    Ralf Koop ist keine 14 Stunden nach dem Auslegen entsetzt, wie schnell sich die Gier durchgesetzt hat: 540 Euro - ein lächerlicher Betrag, für den einige Passanten bereit sind, das vom Künstler in sie gesetzte Vertrauen zu enttäuschen. Doch obwohl sein Vertrauen in die Menschen enttäuscht wurde, möchte Koop es bald erneut mit ihnen versuchen. Er plant weitere solche Kunstwerke, denn er wirft das Vertrauen in die Menschen nicht weg.

    Nach dem ersten Schock beginnt er sich über die positiven Seiten seines Experimentes zu freuen: Er erinnert sich an die Menschen, die noch Geldmünzen dazulegten. Oder an die Passanten, die das Wort wieder herrichten als ein Radfahrer versehentlich darüber fährt. Und an die Jugendlichen, die den Rest des Kunstwerks für einen Obdachlosen abräumen. Sie haben es nicht für sich getan. Sie haben einem Menschen geholfen, der offensichtlich auf Geld angewiesen war.

    Wer es wagt zu vertrauen, steht in der Gefahr enttäuscht zu werden. Doch wer dieses Wagnis nicht eingeht, verpasst solche wundervolle Begegnungen.

   
© Evangelische Jugend im Dekanat an der Dill